Riester II

Die Riester-Rente ist aufgrund der Zulagen und Steuerersparnisse in jedem Falle eine attraktive Möglichkeit der Altersvorsorge. Die lang anhaltende Niedrigzinsphase lässt die Renditen der Produkte jedoch sinken. Damit „Riestern“ auch in Zukunft eine attraktive Altersvorsorgemöglichkeit bleibt, fordert das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) die Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Die wichtigste Forderung hierbei ist die Flexibilisierung der Bruttobeitragsgarantie, wie dies bei der ebenfalls staatlich geförderten Basisrente bereits der Fall ist. Die Bruttobeitragsgarantie führt in der aktuellen Niedrigzinsphase dazu, dass bei Riester-Produkten, insbesondere auch bei fondsgebundenen, in den ersten Jahren keine oder kaum Beitragsanteile in chancenreiche Kapitalanlagen investiert werden können.

CRK

Quelle: IVFP; Klassifizierung von Riester-Produkten und Basisrenten-Produkten in Chance-Risiko-Klassen (CRK) – Laufzeit 30 Jahre

Die obige Grafik zeigt, dass die verpflichtende Beitragsgarantie das Angebot an chancenreichen Riester-Produkten drastisch eingeschränkt. Den Kunden stehen kaum Riester-Produkte in hohen Chance-Risiko-Klassen (CRK) zur Verfügung. Verbraucher, die chancenorientiert anlegen möchten, finden in der aktuellen Riester-Produktwelt keine geeigneten Tarife, die ihren Bedürfnissen gerecht werden.

Ausführlich wird diese Thematik in der Studie des IVFP „Die Renditechancen der (fondsgebundenen) Riester-Rente im aktuellen Marktumfeld“ dargestellt.

 

Die Studie erhalten Sie hier.
Die Präsentation zur Studie erhalten Sie hier.

 

Eine weitere sinnvolle Riester-Anpassung ist aus Sicht des IVFP, die Erweiterung des förderberechtigten Personenkreises auf alle Bundesbürger. Vor allem Selbständige könnten dadurch Zugang zu einem attraktiven Altersvorsorgebaustein erhalten.

Weitere Verwaltungskostensenkungen seitens der Anbieter bedürfen auch einer Vereinfachung der Riester-Verwaltung. Vor allem die Zulagenverwaltung sollte hierbei reformiert werden – insbesondere eine einfachere Ermittlung des Mindesteigenbeitrags um die volle Zulage zu erhalten, ist wünschenswert.

Ein wichtiger Schritt zur Attraktivitätsseigerung von Riester wurde mit der Einführung eines Grundfreibetrags bei der Grundsicherung und der Erhöhung der jährlichen Zulagen getan. Um auch für mittlere Einkommen Riester attraktiver zu machen, sollte der Sonderausgabenabzug ebenfalls erhöht werden. Damit möglichst viele Jüngere bereits früh dazu bewegt werden, fürs Alter zu sparen, sollten zudem Anreize hierfür geschaffen werden, indem bspw. der Berufseinsteigerbonus deutlich angehoben wird.

 

Das IVFP schlägt im Rahmen von „Riester II“  zusammenfassend folgende Änderungen vor:

  • Flexibilisierung der Bruttobeitragsgarantie
  • Erweiterung des förderberichtigten Personenkreises
  • Vereinfachung der Zulagenverwaltung
  • Vereinfachung der Ermittlung des Mindesteigenbeitrags
  • Anhebung des max. Sonderausgabenabzugs
  • Anhebung des Berufseinsteigerbonus

 

Aktuelles: IVFP-Umfrage unter 171 Vermittlern von Riester-Renten

Welche dieser theoretischen Ansätze des IVFP werden von den in der Praxis tätigen Vermittlern von Riester-Renten als sinnvoll erachtet? Um diese Frage zu beantworten, wurde diese Änderungsvorschläge innerhalb einer IVFP-Umfrage durch die Teilnehmer bewertet.

So gaben beispielsweise 83 Prozent der Befragten an, dass eine Vereinfachung der Zulagenverwaltung ein sinnvoller Vorschlag für eine Riester-Reform wäre. Lediglich ein Prozent finden diesen Vorschlag als nicht sinnvoll. Generell zeigt sich, dass die Anregungen des IVFP als relativ sinnvoll erachtet werden, denn jeder der Vorschläge erhält eine Zustimmung von über 40 Prozent.

Quelle: Umfrage IVFP; IVFP-Markttrends 2019 – Vermittlerbefragung zum Thema Markttrends